Tom gibt Gitarrenunterricht. Er sagt seinen Schülern, dass die Welt keine Musiker braucht, dass niemand das will. Die Schüler ignorieren ihn, spielen zusammen, rufen „Wir sind unsterblich." Tom frustriert die Naivität — und dann kommt ihm eine Idee. Er steht auf. „Hört niemals auf. Das ist Erfüllung, das ist Kraft." Er stürmt raus. „Meine Hand tut langsam weh." „Halt durch."
Tom sucht Siggi im Yogastudio auf. Siggi gibt gerade Unterricht, die Augen der Teilnehmer geschlossen. Sie flüstern. „Das war die Gelegenheit." Sie machen den Bro-Handschlag mit dem ausgestreckten kleinen Finger — übertrieben laut, der ganze Kurs erschreckt sich zu Tode.
Tom und Siggi rufen Chris im Call Center an — ihr 86. Versuch. Chris spielt mit, im professionellen Support-Tonfall: „Liegt es vielleicht daran, dass Sie einfach zu dämlich sind?" Die Kollegen applaudieren. Chris legt auf, starrt auf seinen Schreibtisch. Schaut auf sein Hintergrundbild — er und seine Mutter. Er überlegt. Steht auf.
In Danis Studio: Sie packt ihre Sachen, findet unter einem Stapel Papier den Aufnahmevertrag mit Toms Adresse. Sie legt ihn hin. Packt weiter. Hört auf zu packen. Nimmt den Vertrag. Geht.
Ext. Toms Wohnhaus
Dani läuft mit dem Vertrag in der Hand den Flur auf und ab, aufgewühlt. Sie klopft. Dreht sich weg. Die Tür geht auf. Siggi steht im Rahmen und schaut auf Danis Rücken. „Hab ich dich gefunden, du kleiner…" Sie dreht sich um. „Hä. Du bist der andere Typ." Siggi schaut sie einen Moment an. „Bist du der eine Typ?"
Sie stürmt rein. „Du hast alles ruiniert!" Sie stockt. Das kaputte Mikrofon, zusammengeflickt auf dem Tisch. Decken über Möbeln. Kabel überall. Die Band, die einfach weitermacht. „Was macht ihr hier?" „Wir müssen ja noch etwas aufnehmen." „So bringen die Decken aber nichts… Darf ich euch vielleicht helfen?"
Sie nehmen auf. Die Stimmung ist harmonisch — die Band gibt sich gegenseitig Raum, Siggi lehnt den Click ab und spielt nach Gefühl, Tom lässt Chris den Vortritt im Gesang. Dani fängt wieder an, den Prozess zu genießen. Die Rockets dösen einer nach dem anderen weg. Dani sitzt alleine am Rechner, zieht die Kopfhörer auf. Keine Kamera, kein Kilian, keine Erwartung. Sie fängt an, mit dem Kopf zu nicken. Produziert weiter.